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Der alte Hunne am neuen Spielort

Die opernwerkstatt wien hat einen neuen Spielort: Den Nordhof der Roßauer Kaserne, zukünftig Karl-Szokoll-Hof. Gewidmet sind die sechs Vorstellungen von Giuseppe Verdis früher Oper "Attila" dem kürzlich verstorbenen Piero Cappuccilli.  Die Handlung von Verdis 1846 uraufgeführter Oper rund um den Tod des Hunnenkönigs ist dezent und klug in die Gegenwart verlegt worden, wobei Attila und sein Gefolge in dunkelgrünen Tarnanzügen als Kämpfer für eine gerechte Aufteilung der Reichtümer der Welt agieren, die "guten" Soldaten hingegen, in hellbeigen Uniformen, die westliche Zivilisation schützen wollen.

Dem einfach gehaltenen Bühnenbild von Poppi Ranchetti, bestehend aus großen schwarzen Quadern, die je nach Bedarf verschoben und beleuchtet werden, steht die spartanische Regie von Paolo Trevisi gegenüber. Den von Verdi eher typisiert gezeichneten Figuren etwas mehr Leben einzuhauchen, hat er nicht zuwege gebracht.

Das tut den recht anständigen Gesangsleistungen aber keinen Abbruch: Ernesto Morillo (Attila), Mauro Augustini (Ezio), Rubens Pelizzari (Foresto) und Paola Romanò (Odabella) haben sich, nach kleineren Unsicherheiten zu Beginn, im Laufe des Abends erheblich gesteigert und ihren Charakteren zumindest stimmlich das nötige Profil verliehen. Michael Wagner und John Sweeney ergänzten das Ensemble auf hohem Niveau. Besonderes Lob verdienen der sehr gut disponierte Chor (Einstudierung: Marian Vach) und auch das Orchester der opernwerkstatt wien, das seit den letzten Produktionen eindeutig an Profil, klanglichem Raffinement und Präzision hinzugewonnen hat. Zu verdanken ist das auch der umsichtigen und stilsicheren Leitung durch Tiziano Duca.

Es war gewiss eine besonders glückliche Idee, den Kasernenhof der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, denn nicht zuletzt aufgrund der hervorragenden Akustik, die mit genau dem richtigen Quäntchen Nachhall vor allem Sängern sehr entgegenkommt, ist dieser große Innenhof als Spielort für Freiluft-Musiktheater wohl hervorragend geeignet. Bleibt nur zu hoffen, dass die Roßauer Kaserne auch in den nächsten Jahren aktiv in das sommerliche Opernleben der Stadt einbezogen wird.

Wiener Zeitung / Markus Hennerfeind, 26. Juli 2005


Opernwerkstatt: Che, der Hunnenkönig

Opernenthusiasten gibt es, zumal in Österreich, ja überall. Manche stellt jedoch der passive Genuss allein nicht zufrieden. Etwa die Mitglieder des Vereins "opernwerkstatt wien": Begeisterte Hobby- und Profimusiker bringen da seit Jahren unter Leitung eines erfahrenen Dirigenten jeden Sommer eine Open-Air-Produktion heraus.

Dass die Opernenthusiasten auch im Verteidigungsministerium sitzen, ist jetzt offiziell. Denn dort war man gewillt, das Jubiläum "50 Jahre Bundesheer" u. a. mit einer Sommeroper zu feiern - und als Spielort den Hof der Rossauer Kaserne zur Verfügung zu stellen. Eine sehr gute Idee: Die Akustik ist ein Glücksfall, der Straßenlärm ist gut abgeschirmt, die Stimmen kommen ohne Verstärkung mühelos übers Orchester, das selbst im Pianissimo noch präsent ist. Dass just in dem Militärgebäude nun - und hoffentlich auch in Zukunft! - den Wienern Oper präsentiert wird, das nicht zur Verteidigung gegen äußere Feinde, sondern als Stützpunkt für den Fall eines (nach 1848 neuerlichen) Aufbegehrens der eigenen Bevölkerung errichtet worden war, ist eine Pointe für sich.

Man gab also Verdis "Attila" und widmete die Aufführung dem Andenken des jüngst verstorbenen Baritonstars Piero Cappuccilli, der an der Staatsoper als Ezio mit tenoralen Höhenflügen reüssiert hatte. Diese sollte der Verona-erprobte Mauro Augustini, Routinier im guten Sinne, lieber nicht nachmachen, führte das Ensemble aber, mit dem trotz Nervosität vielversprechenden Rubens Pelizzari (Foresto), qualitätsvoll an. Ernesto Morillo konnte sich als Attila nach klanglich stumpfem Beginn stark steigern; Paola Romanò in der gefürchteten Rolle der Odabella bekam ihr Tremolo im Lauf des Abends fast unter Kontrolle.

Von ein paar Wacklern abgesehen, schlugen sich Chor und Orchester der Opernwerkstatt unter Tiziano Duca nicht nur wacker, sondern wuchsen über sich selbst hinaus. Paolo Trevisis Inszenierung, in der Personenführung unbeholfen und statuarisch, lässt die Frage nach Gut und Böse klugerweise offen. Attila ist da ein junger Revolutionsheld unserer Zeit, der mit seiner Guerilla gegen die technisierte Armee eines offensichtlich totalitären Staates ankämpft: der Hunnenkönig als Che Guevara. Eine Sichtweise, die sich durchaus mit jener des Risorgimento zu Verdis Lebzeiten deckt. Collagierte Kriegsbilder bildeten als Projektionen den optischen Kontrapunkt zum praktikablen Bühnenbild (Poppi Ranchetti) aus mobilen schwarzen Quadern. Begeisterung bei den passiven Opernenthusiasten im Publikum.

Die Presse / Walter Weidringer, 25. Juli 2005


ATTILA in der Wiener Rossauer-Kaserne – Premiere 23.7.05

Piero CAPPUCCILLI, dem Ezio, der so manche Schlacht gegen Attila gewann, ist dieses ATTILA-Projekt gewidmet

Das Wetter hielt- und es war ein schöner, musikalisch wertiger, sommerlicher Opernabend. Die Kostüme und auch die Ausstattung waren der Kaserne angemessen, somit einer heutigen Kriegsituation ähnlich, damit sehr aktuell gelagert. Dennoch fand die Geschichte des Librettos statt. Tiziano DUCA führte souverän Orchester und Bühne. Eine große Überraschung bot der junge Bassist Ernesto MORILLO in der Titelrolle. Eigentlich war er erst für den 24.7. vorgesehen.  Der Schüler von Bonaldo GIAOTTI sang die Rolle zum ersten Mal, begann dementsprechend vorsichtig, war aber bis zum Ende "voll drin". Ein Tipp: Heute hingehen und anhören, wirklich gut! Seine Gegner waren Mauro AUGUSTINI als sehr prägnanter, wortdeutlicher Ezio, Odabella, die Rächerin, brachte Paola ROMANO stimm- und ausdrucksstark über die Rampe. Rubens PELIZZARI war- mit schönem Material- ihr Verlobter Foresto.

Für die Folgevorstellungen gibt es noch Restkarten!! (Daten untenstehend). Das Zauberwort "Merker-Forum" bringt eine schöne Ermässigung des Kartenpreises. Auch für die Pause, vor und nach der Vorstellung, gibt es eine erstklassige Versorgung.

Ist das Wetter schön, kann ich nur raten: "Nichts wie hin in die Rossau"

Online Kritik: Der neue Merker - Oper in Wien / Elena Habermann


"Opernwerkstatt Wien": "Attila" erobert die Roßauer Kaserne

Freiluftaufführungen des Verdi-Frühwerks als erstes Opernprojekt im Sitz des Verteidigungsministeriums

Wien (APA) - Am 23. Juli erobert Attila die Wiener Roßauer Kaserne - allerdings nur künstlerisch: Die Opernwerkstatt Wien bringt Verdis Frühwerk "Attila" ab 23. Juli (bis 30. Juli, außer 26. und 28.7., jeweils 21 Uhr) in den Innenhof des erstmals als Schauplatz einer Opernproduktion dienenden Sitzes des Verteidigungsministeriums. Am 22. Juli (20.30 Uhr) wird bei einem "Abend für Attila" eine Einführung in die literarischen und geschichtlichen Zusammenhänge der Oper gegeben, Stargast ist dabei der italienische Bass Bonaldo Giaiotti, hieß es heute, Donnerstag, bei der Pressepräsentation.

Die Open-Air-Veranstaltung unter der musikalischen Leitung von Tiziano Duca und in der Regie von Paolo Trevisi kommen ohne die bei Sommer-Freiluftaufführungen üblichen Verstärker-Anlagen aus. Der Kasernen-Hof, der im August zu Ehren des Widerstandskämpfers Carl Szokoll umbenannt wird, weise eine gute Akustik auf. Ein 70 Mann großes Orchester und der Opernchor Bratislava werden zu hören sein. In der Titelrolle ist Valentin Pivovarov zu sehen, weiters singen Paola Romano (Odabella), Mauro Augustini (Ezio) und Rubens Pelizzari (Foresto).

Verdis Oper war in Wien zuletzt zu Beginn der 1980er in der Wiener Staatsoper zu sehen. Regisseur Trevisi will aus der Handlung um den Hunnenkönig den "ewigen Kampf zwischen Gut und Böse" herausdestillieren, schilderte er. Zusammen mit dem Einführungsabend, bei dem Giaiotti Arien aus verschiedenen Verdi-Opern singen wird, formen die Opernaufführungen das "Progetto Attila" ("Projekt Attila"), das zu erhöhtem Verständnis für Verdis Frühwerk führen soll, sagte Duca.

Der Verein "Opernwerkstatt Wien" gibt mit seinen Opernproduktionen jungen Sängern (meist Studenten oder junge Absolventen der Wiener Musikuniversität) die Möglichkeit, unter professionellen Voraussetzungen in großen Partien aufzutreten. Ausführliche Proben, die Möglichkeit, eine Produktion von Grund auf zu erarbeiten, und bedeutsame Partien seien ein Bonus für die jungen Sänger, bei der Opernwerkstat aufzutreten. Giaiotti, der die Partie des Attila an mehreren großen Opernhäusern gesungen hat, stellt seine Erfahrung zur Verfügung. Im Orchester spielen Profis und musikbegeisterte Amateure.

In den vergangenen Jahren waren die Inszenierungen der Opernwerkstatt vor der idyllischen Kulisse von Schloss Neuwaldegg gezeigt worden. Doch dort sah man sich heuer mit einer "mehr als hundertprozentigen Mieterhöhung" konfrontiert, so Vereins-Obmann Harald Schlosser. Auf Einladung des Verteidigungs-Ministeriums könne man nun stattdessen zum ersten Mal in deren Geschichte in der Roßauer Kaserne eine Oper zeigen.

Pro Abend werden auf der derzeit im Entstehen begriffenen Bühnen- und Zusehertribünen-Konstruktion rund 1.000 Besucher erwartet. Die Fassade der Kaserne wird u. a. durch Lichtprojektionen in die Handlung miteinbezogen, schilderte Schlosser.

Die "Opernwerkstatt Wien" entstand aus Mitgliedern des Studentenorchesters der TU Wien, die seit 1996 mehrere Sommer-Opernprojekte, u. a. Mozarts "Cosi fan tutte" und Pergolesis "La serva padrona", an unterschiedlichen Orten in Friaul (Italien) erarbeiteten und auch in Wien zeigten. Die Vereinsmitglieder sind Musikliebhaber der unterschiedlichsten Berufsgruppen (u. a. Ärzte, Juristen, Beamte). Viele Sänger der vergangenen Jahre haben inzwischen Engagements an mittleren Bühnen gefunden.

"Null Cent" bekommt die Opernwerkstatt aus öffentlichen Subventionen, schildert Schlosser. "Uns wurde gesagt, dass wir das Genre Oper nicht weiterbringen. Da kann man sich ärgern oder das als Aufforderung zum Weiterarbeiten sehen. Wir machen Zweiteres".

APA (Schluss) ley/leh, 13.Juli 2005


Risorgimento-Oper

Roßauer Kaserne. Verdis Attila in einer Open-Air-Produktion der opernwerkstatt wien.

Nach der überaus erfolgreichen Macbeth-Urfassungsproduktion vor der Naturkulisse  des Schloßparks in Neuwaldegg im Sommer 2004 übersiedelt die opernwerkstatt wien heuer in die Innenstadt: Im erstmals vom Österreichischen Bundesheer für ein Kultur-Event zur Verfügung gestellten imposanten Nordhof der Roßauer Kaserne gibt es Ende Juli sechs Aufführungen von Verdis früher Oper Attila, die in Wien zuletzt Anfang der achtziger Jahre unter Giuseppe Sinopoli an der Staatsoper gezeigt wurde.

Nicht gewechselt hat das italienische Leading-Team der opernwerkstatt: Tiziano Duca (musikalische Leitung), Paolo Trevisi (Regie) und Poppi Ranchetti (Bühnenbild) sorgen mit internationalen Sänger-Stars für Verona-Atmosphäre. Die Hauptrollen singen Valentin Pivovarov (Attila), Paola Romanò (Odabella), Rubens Pelizzari (Foresto) und Mauro Augustini (Ezio).

Risorgimento. Enthusiastische Stimmung gab es auch bereits bei der Attila-Uraufführung in Venedig. Ein Zitat aus der Oper wurde nach der Premiere am 17. März 1846 im Teatro La Fenice in Venedig von den Patrioten der Risorgimento-Bewegung begierig als Losung ihres Kampfes aufgenommen: Du sollst das Universum haben, aber laß Italien mir, fordert der römische Feldherr Ezio vom Hunnenkönig Attila im Prolog.  L'Italia a noi! skandierte das Publikum in enthusiastischen Sprechchören und es jubelte, als Foresto und seine Anhänger die Entscheidung verkünden, in den adriatischen Lagunen die großartige Stadt Venedig zu erbauen.

Nicht nur wegen seiner Bedeutung für das Risorgimento, bei dem Verdis Rolle übrigens posthum hochstilisiert wurde, auch durch die packende Musik erlebte das effektvoll instrumentierte und an eindrucksvollen Musikstücken reiche Werk in Italien eine Glanzzeit, bis es von der Popularität der Opern Rigoletto (1851), Il Trovatore und La Traviata  (beide 1853) übertroffen und von den Bühnen verdrängt wurde. Im Attila führte Verdi die musikalische Struktur der oft auch mit Chören durchsetzten Scena ed Aria (mit Introduktion, Cavatina  und abgeschlossen durch eine kraftvolle Cabaletta) noch einmal zu einer Hochblüte.

Am Vorabend der Premiere bietet ein Spezialevent am 22.7. einen Auftritt des gefeierten italienischen Baß Bonaldo Giaiotti. Neben Höhepunkten aus der Oper gibt es auch Beispiele anderer Vertonungen (Andrea Ziani, Venedig 1672), Leseproben aus dem zugrunde liegenden Drama (Frank Hoffmann) und nicht zuletzt kulinarische Kostproben aus dem Friaul und Aquileia.

Bühne / Heinz Rögl, Juli 2005


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