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Il Corsaro

Mit Logik steht man bei Opern des italienischen Belcanto auf verlorenem Posten. Das ist nichts für den Kopf, aber alles fürs Herz. Nicht anders ist Giuseppe Verdis Frühwerk "Il Corsaro", einer Geschichte tragischer Liebe in kriegerischen Zeiten. Es ist der Opernwerkstatt Wien zu danken, dass dieses Werk erstmals in Wien zu sehen ist – im Hof der Rossauer Kaserne, als sommerliches Freiluftvergnügen. "Il Corsaro" erweist sich als Reihe berührender wie mitreißender Musiknummern, ist anspruchsvoll für Sänger und Orchester und kurzweilig für das Publikum, also eine echte Empfehlung für die großen Opernhäuser. Stephan Bruckmeier inszeniert unauffällig und arbeitet mit einem Bewegungschor Langzeitarbeitsloser, die ob ihrer Spielfreude zu Recht alle Sympathien auf ihrer Seite haben. Das Orchester erzielt unter Tiziano Duca bemerkenswerte Qualität, und im Zusammenspiel mit dem überragenden Bariton Ivan Inverardi erhitzt sich der Abend zu fast Veroneser Italianitá.

Falter/Andreas Dallinger, Nr 29/07


Arbeitslose als Tänzer bei Verdi-Oper auf der Bühne

Projekt stärkt Selbstvertrauen für Job-Suche

Ungewöhnliches Opernprojekt in der Roßauer Kaserne: Auf der Freiluftbühne im Innenhof wird bis 22. Juli "Il Corsaro" von Giuseppe Verdi aufgeführt. Die Sänger sind internationale Profis. Das 30-köpfige Tanzensemble kommt vom AMS-Wien. Organisatoren und Neo-Künstler sind von der Zusammenarbeit begeistert.

Begonnen hat alles im Mai: Der Verein "opernwerkstatt" suchte mit Plakaten beim Arbeitsmarktservice (AMS) Tänzer. Gemeldet haben sich viele. 30 wurden schließlkich genommen. Alles Langzeitarbeitslose, die noch nie auf einer Bühne gestanden waren.

Die Auswahl erfolgte durch ein Mini-Casting, bei dem Bewegungs- und Ausdruckstalent getestet wurden. Der gelernte Rauchfangkehrer Dieter (40) hat es ebenso geschafft wie Sonja (19). "Früher war ich total schüchtern, jetzt habe ich mehr Selbstvertrauen", erzählt die Ex-Verkäuferin.

Ähnlich argumentiert das AMS. Wer sich zutraut, vor 700 Menschen aufzutreten, präsentiert sich bei Einstellungsgesprächen besser. Auch die "opernwerkstatt" ist zufrieden und will einige Tänzer länger an sich binden.

Kronenzeitung/Alex Schönherr, 19. Juli 2007


Opernwerkstatt: Ehrenhafter Kasernenkorsar

Verdis „Corsaro" erstmals in Österreich: in der Rossauer Kaserne.

Beim Karibikpiraten Jack Sparrow unterliegt der komplexe Begriff „Ehre" der Verhandlung und Interpretation. Verdis Corsaro (in der Ägäis aktiv) sieht die Sache eine Spur enger: Bei einer von ihm angezettelten Metzelei nebst Brandschatzung unter Osmanen birgt er nach erledigter Arbeit die Haremsdamen ganz gentlemanlike aus dem Feuer – schließlich stammt die Story von Lord Byron.

Prompt setzt ihn der Pascha zur Hinrichtung gefangen. Doch dessen Favoritin Gulnara hat sich einseitig in ihren edlen Retter verliebt, Seeräuber hin oder her. Als Corsaro sich weigert, den Pascha zu meucheln, erledigt sie die Angelegenheit kurzerhand selbst. Zurück in seinem Stützpunkt, muss der Korsar aber nicht nur die Odaliske im Schlepptau erklären, sondern auch mit ansehen, wie seine wahre Geliebte Medora stirbt: Sie hat Gift genommen im Glauben, er wäre tot. Damit wird auch ein Pirat schwer fertig, und er stürzt sich in den Tod.

„Arbeitslose tanzen Verdi"

Nach „Attila" und „Ernani" bringt die „opernwerkstatt wien" zum dritten Mal eine rare Verdi-Oper (diesmal gar als österreichische Erstaufführung!) heraus – im stimmungsvollen Ambiente des Carl-Szokoll-Hofs der Rossauer-Kaserne. Dort ist auch die Akustik so gut, dass auf jede Verstärkung verzichtet werden kann. So kann sich das Bundesheer als Operngastgeber von ungewohnter, aber höchst sympathischer Seite präsentieren.

Diesmal kam noch das hervorragende Projekt „Arbeitslose tanzen Verdi" hinzu, eine Kooperation von „opernwerkstatt" und AMS. In zahlreichen Proben wurden 30 Menschen zu einem hoch motivierten Bewegungsensemble zusammengeschweißt, das dem Premierendruck gut standhielt und von Stephan Bruckmeier in seiner gradlinigen Regie (Bühne: Adolf Frühauf) nicht zuletzt als „lebendes Schiff" eindrucksvoll genützt wurde. Vokal beherrschte Ivan Inverardi mit kernigem Bariton als Pascha Seid die Bühne, während Maurizio Graziani als Korsar noch tenorales Steigerungspotenzial offenbarte; die verzierungsgespickten Sopranpartien waren bei Natasa Kàtai (Medora) in lyrischeren, bei Daniela Longhi (Gulnara) in reichlich dramatischen Händen. Tiziano Duca leitete Chor, Orchester und das restliche Ensemble der „opernwerkstatt" mit Gusto und ließ Verdis unbedingt hörenswerte Musik lodern.

"Die Presse" - Print-Ausgabe, 17. Juli 2007


Kaserne der soliden Gefühle

Österreichische Erstaufführung von Verdis "Il Corsaro" im akustisch überraschend guten Carl-Szokoll-Hof in der Wiener Rossauer Kaserne

Wien – Seit 2001 gehört die Wiener Opernwerkstatt zum festen Bestand der freien Wiener Opernszene, wobei in der Zusammenarbeit von professionellen und semiprofessionellen Beteiligten vor allem Raritäten der Operngeschichte erarbeitet werden, heuer die Verdi-Oper Il Corsaro als, man staune, österreichische Erstaufführung.

Von etwas delikatem Reiz ist dabei der Ort der Aufführung, der akustisch überraschend gute Carl-Szokoll-Hof in der Wiener Rossauer Kaserne, dem Sitz des österreichischen Verteidigungsministeriums, geht es in dieser frühen Verdi-Oper doch in erster Linie um Liebe und um Krieg. Die um die Openair-Bühne herum aufgehängten und für das Bundesheer werbenden Plakate sowie die vielen Unformträger im Publikum komplettierten das opernunübliche Bild. Besonders martialisch geht es auf der Bühne aber nicht zu. Die konservativ ausgerichtete Inszenierung von Stephan Bruckmeier vermeidet weit gehend zeitgenössische Bezüge und bietet solides Unterhaltungstheater.

Eingekleidet in recht klischeehafte Kostüme (Marion Osmann) erzählen die vier Hauptprotagonisten Carrado (Maurizio Graziani), Seidl (Ivan Inverardi), Carrados Geliebte Medora (Natasa Kàtai) und Seidls Lieblingssklavin Gulnara (Daniela Longhi) sowie die zahlreichen Darsteller im Chor und im vom AMS unterstützten Bewegungsensemble die tragische Geschichte des Korsarenhauptmanns Carrado, der gegen seinen Kontrahenten Seidl, den osmanischen Pascha von Coron, in den Krieg zieht.

Im stimmlichen Wettstreit geht dabei Inverardi als Sieger hervor, sein voluminöses, dunkles Timbre deckt sich auch gut mit der Rolle des Bösewichtes. Mit gutem dramatischem Gespür leitet Tiziano Duca, der künstlerische Leiter der Opernwerkstatt, das zu Beginn noch etwas unsichere, dann aber zupackender musizierende Orchester.

DER STANDARD - Printausgabe/Robert Spoula, 17. Juli 2007


Arbeitslose spielen Oper

Open-Air-Bühne in der Roßauer Kaserne - Bewegungsensemble stammt direkt vom Arbeitsmarktservice

Wien – Es ist ein ungewöhnliches Opernprojekt, das da am 13. Juli seine Premiere hat: "Arbeitslose tanzen Verdi" heißt es – und ist durchaus wörtlich zu nehmen.

Das Bewegungsensemble stammt nämlich direkt vom Arbeitsmarktservice. 30 Langzeitarbeitslose wurden in einer Art Mini-Casting vom Verein "opernwerkstatt wien" ausgewählt. Gespielt wird Giuseppe Verdis Oper "Il Corsaro". So ungewöhnlich der eine Teil des Gesamtensembles, so besonders ist auch der Spielort: Die Open-Air-Bühne mit 780 Sitzplätzen befindet sich in der Roßauer Kaserne.

Seit Mitte Mai üben die Arbeitslosen unter fachlicher Anleitung choreographische Figuren, trainieren Ausdruckskraft, Pantomine und Tanz. Und sind begeistert dabei. Wie beispielsweise Dieter. Der 40-Jährige ist gelernter Rauchfangkehrer und seit einem Jahr und drei Monaten arbeitslos. "Ich hab' ein Plakat beim AMS gesehen. Eineinhalb Stunden später war ich angemeldet, erzählt er. Via Plakat wurde auch die 19-jährige Sonja "geködert". Sie sei "sehr schüchtern gewesen. Jetzt gehe ich öfters aus meiner Haut raus, habe mehr Selbstvertrauen". beschreibt sie ihren persönlichen Projekterfolg. Beide hat offenbar das Bühnenfieber erfasst. Sonja träumt von einer Schauspielkarriere, Dieter will an einem Theater arbeiten.

Doch bei aller Liebe für die Oper hat die Jobsuche natürlich Vorrang. Einzelne Ensemblemitglieder mussten aufhören, da sie Arbeit fanden. Opernregisseur Stephan Bruckmeier ironisch über sein Bewegungsensemble: "Für uns hoffe ich, dass sie jetzt in den nächsten vier Wochen keinen Job bekommen."

DER STANDARD - Printausgabe/Peter Mayr, 29. Juni 2007


Erstaufführung von Verdis "Il Corsaro" in Wien

„opernwerkstatt wien" spielt die als schwierig geltende Oper erstmals für das österreichische Publikum. Premiere: 13. Juli in Wien.

Der junge Giuseppe Verdi und seine Oper "Il Corsaro" stehen 2007 am sommerlichen Spielplan der "opernwerkstatt wien". Unter freiem Himmel, im Carl-Szokoll-Hof der Rossauer-Kaserne, setzen Regisseur Stephan Bruckmeier und Dirigent Tiziano Duca Verdis frühes Werk erstmals für das österreichische Publikum in Szene.

Das Libretto zu "Il Corsaro" stammt aus der Feder von Francesco Maria Piave, die Vorlage basiert auf dem Byronschen Epos. Gegensätze stehen im Mittelpunkt dieser Oper. Gegensätze, die auf vielfältige Weise in den Bann ziehen. Die kompositorische Architektur von "Il Corsaro" ist leidenschaftlich und verstörend, die Geschichte ergreifend und brandaktuell. Sie erzählt vom Konflikt zwischen Orient und Okzident, zwischen Kulturen und Ideologien. Dramatisch in Partitur gesetzt zeigt sich auch die Liebe: janusköpfig, romantisch und erbarmungslos.

"Il Corsaro" ist Corrado, der Hauptmann der Korsaren. Ein Mann der Kontraste. Ein Gesetzloser, doch von edlem und leidenschaftlichem Charakter. Corrado zieht mit seinen Männern in den Kampf gegen die Türken unter Pascha Seid. Sein Heldenmut wird ihm dort zum Verhängnis und kostet ihn die Freiheit. Aus Liebe verhilft ihm die Sklavin Gulnara zur Flucht. Heimgekehrt, findet er seine Geliebte Medora im Sterben. Er kommt zu spät, Medora stirbt in seinen Armen. Verzweifelt über ihren Tod stürzt er sich ins Meer. 

Die „opernwerkstatt wien" zollt mit "Il Corsaro" dem in Österreich oft vernachlässigten jungen Verdi Tribut. Der Verein inszeniert bereits zum siebten Mal ein Opern-Highlight und wählt bewusst unbekannte oder wenig gespielte Werke – wie Haydns „L´INFEDELTA DELUSA" oder Verdis „MACBETH" in der Florentiner Urfassung. Die Aufführungsorte sind architektonisch interessante Plätze, die das Opernerlebnis vertiefen. Wurden die Werke zunächst im Schloss Neuwaldegg aufgeführt, wechselte die opernwerkstatt mit Sommer 2005 in die akustisch reizvolle und optisch beeindruckende Rossauer-Kaserne im Zentrum von Wien.

Die „opernwerkstatt wien" ist eine Vereinigung, mit dem Ziel, das Operngenre einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zusammengesetzt aus professionellen Musikerinnen, Musikern und Musikbegeisterten werden seit 2001 alljährlich im Sommer und „unter freiem Himmel" Opern aufgeführt. Dazu zählen Mozarts „DON GIOVANNI" (2001), Verdis „RIGOLETTO" (2002), Haydns „L´INFEDELTA DELUSA" gekoppelt mit Puccinis „GIANNI SCHICCHI" (2003) und Verdis „MACBETH" in der Florentiner Urfassung (2004). 2005 gab die Rossauer-Kaserne mit „ATTILA" ihr Debüt als Aufführungsstätte, 2006 folgte Verdis „ERNANI". Der Enthusiasmus aller Mitwirkenden ermöglicht es, mit sehr geringem Aufwand qualitätsvolle Arbeit zu leisten.

Mit „Il Corsaro" verschreibt sich die „opernwerkstatt wien" einem Frühwerk Verdis, das in Österreich erstmals aufgeführt wird und gemeinhin als schwierig gilt. Ihr Debüt geben bei der diesjährigen Vorstellung zudem arbeitslose Jugendliche, die, mit freundlicher Unterstützung des AMS und unter fachlicher Anleitung der „opernwerkstatt wien", als Bewegungsensemble ein tragendes Moment der Bühneninszenierung darstellen. 

Die Uraufführung von „Il Corsaro" war am 25. Oktober 1848 im Teatro Grande zu Triest. Die geringe Aufführungspraxis ermöglicht dem Team der „opernwerkstatt wien" sich dem anspruchsvollen kompositorischen Thema in einer österreichischen Erstaufführung im Hof der Rossauer Kaserne zu nähern. Man darf gespannt sein.

"Il Corsaro" wird in der Inszenierung von Stephan Bruckmeier an sechs Abenden aufgeführt. Unter der musikalischen Leitung von Tiziano Duca spielen das Orchester und der Chor der „opernwerkstatt wien" .

Premiere: 13. Juli 2007
Reprisen: 15., 17., 19., 21. und 22. Juli

k2 kultur, Mai 2007



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